Lehren der Himmelskönigin_Juli 2021:Lehren der Himmelskönigin_Juli 2021
Die wichtigen Vorschriften und Satzungen aber bilden die eigentliche Schutzmauer des Gewissens. Durchbricht und erobert der Teufel die erste Verteidigungslinie, wird er bald auch die zweite nehmen. Gelingt es ihm hier, eine Tür zu öffnen, ist ihm der Weg zum Innern der Seele leichter. Weil diese durch Fehler und üble Gewohnheiten geschwächt ist und zugleich der Gnadenhilfe entbehrt, leistet sie keine kräftige Gegenwehr mehr.
Die Gaben des Heiligen Geistes entsprechen (wie ich sagte)
den Tugenden, auf die sie sich beziehen, und verleihen den Geisteskräften eine
besondere Vollkommenheit, die dem Menschen hilft,
vollkommene und heldenmütige Werke zu verrichten.
Gibt man einem Steine zu seiner eigenen Schwere noch
einen Antrieb, so bewegt er sich mit größerer Leichtigkeit. So
werden auch im Willen, wenn die Vollkommenheit oder der
Antrieb des Heiligen Geistes hinzutritt, die Akte der Tugenden
ausgezeichneter und vollkommener.
Die Gabe der Weisheit verleiht der Seele einen gewissen
Geschmack, durch den sie Göttliches und Menschliches ohne
Täuschung unterscheidet und jedem seinen Wert beilegt,
- im Gegensatz zu dem Geschmack, der von der menschlichen Torheit
und Unwissenheit stammt. Die Gabe des Verstandes gibt Licht,
göttliche Dinge zu erforschen und zu verstehen
trotz der Schwerfälligkeit unseres Geistes.
Die Gabe der Wissenschaft dringt in das Dunkelste ein
und macht vollkommene Lehrmeister.
Sie richtet sich gegen die Unwissenheit. Die Gabe des
Rates leitet auf dem rechtem Wege und hält die menschliche
Voreiligkeit zurück. Sie richtet sich gegen die Unklugheit. Die
Gabe der Stärke verbannt die ungeregelte Furcht und stärkt
die Schwäche. Die Gabe der Frömmigkeit macht das Herz
milde und sanft, benimmt ihm die Härte und Gefühllosigkeit
und drängt zur Gottesverehrung. Die Gabe der Furcht des
Herrn verdemütigt. Sie richtet ich gegen die Hoffart und
bewirkt und fördert die Ehrfurcht vor Gottes Majestät.
Die Tugenden reinigen die Seele von den Sünden und stellen nach und
nach die harmonische Ordnung ihrer Kräfte wieder her, die zuerst
durch die Erbsünde, dann durch die eigenen aktuellen
Sünden verloren war. Sie verleihen der Seele auch Schönheit
und Kraft und Freude am Gutes-tun.
Es gibt nur zwei Wege in die Ewigkeit. Der
eine führt zum ewigen Tode durch Verachtung der Tugend und
durch die Unkenntnis über Gott. Der andere führt zum ewigen
Leben durch die fruchtbringende Erkenntnis Gottes.
Ihr Unglaube trennt sie von Gott, dessen Weisheit in
einem böswilligen Herzen keine Stätte findet, noch in einem
Leibe, der der Sünde dient.
