2. April 2021:Die Sehnsucht nach dem Erlöser, Joachim und Anna - Teil 1

Mit der Vermehrung der Nachkommen Adams wuchs die Zahl der Gerechten, aber auch die der Ungerechten. Die Heiligen flehten nach dem Erlöser, es schrien aber auch die Laster der Sünder, und es schien, als machten sie die Welt der Erlösung unwürdig. Die Vorbereitungen, die Gott für die Ankunft des Messias in Seinem Volke traf, standen vor ihrer Vollendung.

 

Zugleich war durch die Kinder des Verderbens das

Reich der Sünde in seiner Bosheit bis zum äußersten gewachsen.

Darum war es an der Zeit, dass das menschgewordene Wort

Seinen größten Triumph feiere und Hilfe bringe. Die Verdienste

der Gerechten hatten sich vermehrt, und die Propheten und

heiligen Väter erkannten mit Jubel im göttlichen Lichte, dass ihr

Erlöser nahe. Sie flehten noch inniger zu Gott. Vor dem Throne

der Barmherzigkeit wiesen sie auf jene lange Nacht hin, in der

die Finsternis der Sünde heraufgestiegen war, und auf die

Blindheit der Abgötterei, durch die das ganze übrige Menschengeschlecht

geblendet lag. Die Menschen, in ihrer natürlichen

Vernunft verfinstert, waren unempfänglich geworden für das

Licht des geschriebenen Gesetzes des Herrn. Sie forschten nicht

mehr nach dem wahren Gott, sondern suchten und machten

sich falsche Götter, jeder nach seinem Gutdünken. Die Hoffart

regierte.

 

In dieser Lage gedachte - menschlich gesprochen - der

Allerhöchste Seiner Barmherzigkeit und ließ die Waagschale

Seiner Gerechtigkeit vom Gesetze Seiner Milde niederziehen.

Seine Güte und das Flehen der Gerechten bewegten Ihn mehr,

als die Bosheit und die Beleidigungen aller Sünder Ihn erzürnten.

In jener schweren Nacht des Alten Bundes gab Er

nun der Welt ein sicheres Pfand des Tages der Gnade in zwei

hellen Leuchten, die das Nahen der Sonne der Gerechtigkeit,

unseres Heilandes Christus, ankünden sollten: Joachim und Anna.

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