06. Mai 2022:Das glorreiche Hinscheiden der Mutter Jesu
Solange Maria noch auf Erden weilte, war sie wie ein Fremdling in der Welt. Seitdem sie nun im Begriffe stand, in den Himmel einzugehen, schlugen die Flammen ihres reinsten Herzens in reißender Schnelligkeit empor zur Gottheit. Sie war sozusagen nicht mehr imstande, den Drang ihres Herzens zurückzuhalten.
Drei Tage vor dem seligen Hinscheiden versammelten sich die
Apostel und Jünger im Saale zu Jerusalem. Die Kräfte ihres
Leibes hatten schon begonnen, den Kräften ihrer himmlischen
Liebenssehnsucht zu weichen.
...
Das Antlitz und der jungfräuliche Leib Mariä hatten kaum
eine Änderung erfahren. Die Wirkungen der Zeit und des Alters
waren spurlos an ihr vorübergegangen.
Sie war durch keine Runzeln entstellt oder am Leibe abgemagert,
noch geschwächt.
Diese Unveränderlichkeit genoss allein Maria,
einerseits weil es sich wegen der Beständigkeit ihrer reinsten
Seele so geziemte; andererseits war dies eine Folge ihres Freiseins
von der Sünde Adams, deren Nachwehen die Seele und
den Leib der Gottesmutter nicht berührten.
...
lhre Todeskrankheit war allein die Liebe. Ihre reinste Seele
stieg aus dem jungfräulichen Leibe im Augenblicke des Todes
zum Himmel, zur Rechten ihres göttlichen Sohnes.